Liebe Mama, dieser Muttertag gehört dir

Wenn ich an meine ersten Muttertage als junge Mutter zurückdenke, war ich vor allem eines: müde. So müde, dass ich morgens beim Aufwachen schon die Augen wieder schließen wollte. Mein Sohn war noch klein, ich war chronisch erschöpft, und während ich freundlich lächelte, als er mit seinem selbstgemalten Bild ans Bett kam, dachte ich leise: Ich kann das gerade gar nicht aufnehmen.
Vielleicht kennst du das. Du bekommst Blumen, einen Kaffee, ein liebevoll gebasteltes Bild — und freust dich. Aber irgendetwas füllt sich nicht. Da ist ein leiser Hunger in dir, der durch Geschenke nicht gestillt wird. Ein Hunger nach etwas, das dir sonst niemand geben kann.
Wie Muttertag meistens läuft
Es gibt diese eine Vorstellung von Muttertag, die wir alle aus der Werbung kennen: Eine entspannte Frau in heller Strickjacke, die im sonnendurchfluteten Schlafzimmer lächelnd ein Frühstückstablett entgegennimmt. Pfingstrosen daneben. Kinder, die andächtig flüstern. Ein Mann im Hintergrund, der stolz das Foto macht.
Und die Realität? Die Kinder streiten ums Bestreichen des Brötchens. Der Kaffee ist kalt, weil das Brötchen-Streiten Zeit gekostet hat. Das selbstgebastelte Geschenk ist süß, aber irgendwo zwischen Glitzer und gut gemeint. Du bist gerührt — und gleichzeitig schon dabei, in Gedanken den Wäscheberg abzuarbeiten.
Manchmal kommt auch einfach gar nichts. Weil die Kinder noch zu klein sind. Weil sie schon zu groß sind. Weil der Partner es vergessen hat. Weil du keine Kinder hast, aber Mutter sein wolltest. Weil deine eigene Mutter nicht mehr lebt, und Muttertag dich daran erinnert.
Muttertag ist ein Tag voller Erwartungen — und Erwartungen sind das, was uns am leisesten enttäuscht.
Was, wenn du den Tag einfach umdrehst?
Hier ist eine Frage, die mein Bild von Muttertag verändert hat: Was wäre, wenn Muttertag nicht das ist, was du bekommst — sondern das, was du dir selbst gibst?
Ich weiß, das klingt erst mal ungewohnt. Vielleicht sogar ein bisschen trotzig. Wir Mütter sind so sehr daran gewöhnt, zu warten — dass jemand uns sieht, dass jemand uns wertschätzt, dass jemand uns endlich mal sagt, was wir alles leisten. Das ist verständlich. Wir geben jeden Tag so viel.
Aber es liegt eine stille Falle darin, die eigene Wertschätzung in fremde Hände zu legen. Denn die Hände, die uns beschenken sollen, sind oft selbst überfordert, vergesslich oder einfach nicht so liebevoll, wie wir es bräuchten. Und dann sitzen wir am Sonntagabend da und fühlen uns... leer.
Die Einladung dieses Muttertags ist eine andere: Du darfst dich selbst feiern. Nicht aus Trotz, nicht aus Mangel, sondern aus Fülle. Aus dem Wissen, dass du diejenige bist, die dich am besten kennt — und dass das Geschenk, das du dir selbst machst, niemals enttäuscht.
Drei kleine Geschenke an dich selbst
Du musst kein großes Programm aufziehen. Drei kleine, ehrliche Gesten reichen — wenn sie wirklich von dir, für dich sind.
1. Eine Stunde, die nur dir gehört
Nicht „eine Stunde, in der ich noch schnell die Wäsche mache". Nicht „eine Stunde, in der ich die Mails wegarbeite". Sondern eine echte Stunde — Tür zu, Handy aus, Kinder anderswo (oder, wenn das gerade nicht möglich ist, einfach am Küchentisch in deiner eigenen kleinen Insel mit einer Tasse vor dir).
In dieser Stunde tust du genau das, was du tun möchtest. Lesen. Spazierengehen. In die Sonne setzen. Ein Bad nehmen. Vielleicht weinen. Vielleicht lachen. Egal was. Hauptsache: niemand zerrt an dir.
2. Ein bewusster Genussmoment
Iss oder trink etwas, das du dir sonst nicht erlaubst — weil die Kinder es nicht mögen, weil es „zu aufwendig" wäre, weil du immer nur den Rest vom Teller deines Kindes mitisst. Eine reife Mango. Frische Erdbeeren mit ein bisschen Zitronenabrieb. Ein Stück richtig gute Schokolade in Ruhe gegessen, nicht im Stehen am Kühlschrank.
Es geht nicht ums Essen. Es geht um die Botschaft, die du dir damit selbst gibst: Ich bin es wert, etwas Schönes zu erleben.
3. Ein ehrlicher Satz an dich selbst
Setz dich am Abend kurz hin — fünf Minuten reichen — und sag dir laut oder leise einen ehrlichen Satz. Nicht „Ich bin so dankbar". Nicht „Ich liebe mein Leben". Sondern etwas Echtes:
„Ich habe heute etwas geschafft, was niemand sonst sieht — und ich sehe es."
„Ich bin müde, und das ist in Ordnung."
„Ich darf weicher mit mir sein."
Das klingt klein. Aber es ist die größte Wertschätzung, die du dir geben kannst — weil sie nicht von außen kommt, sondern von der einen Person, die nie wieder weggeht: dir selbst.
Was ich an einem Muttertag gelernt habe
An einem Muttertag — mein Sohn war vielleicht drei — habe ich mich entschieden, nichts mehr zu erwarten. Nicht aus Resignation, sondern aus Klarheit. Ich habe mir morgens einen Kaffee gemacht, mich auf die Terrasse gesetzt, fünfzehn Minuten in den Frühlingsmorgen geschaut und gedacht: Heute schenke ich mir mich selbst.
Es war einer der schönsten Muttertage, an die ich mich erinnere. Nicht weil danach etwas Großes kam. Sondern weil ich an diesem Tag verstanden habe, dass das, wonach ich mich gesehnt hatte, in mir selbst lag.
Seitdem weiß ich: Die Liebe, die wir geben, müssen wir auch uns selbst geben können. Sonst läuft uns selbst irgendwann die Quelle leer.
Eine Einladung an dich
Wenn du gerade liest und merkst: Genau das fehlt mir gerade. Mich selbst zu sehen, mich selbst zu spüren, mich selbst zu nähren — dann bist du nicht allein.
Wenn du magst, begleite ich dich auf diesem Weg. Hier kannst du ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren. Wir schauen gemeinsam, wo du gerade stehst und was dir guttun würde — ohne Druck, ohne Plan, einfach in einem ehrlichen Gespräch.
Aber das Wichtigste, was ich dir heute mitgeben möchte, ist das hier: Dieser Muttertag gehört dir. Nicht den Erwartungen, nicht der Werbung, nicht den anderen. Dir. Und du darfst ihn so feiern, wie es dir guttut — ob mit Frühstück ans Bett oder mit zehn ungestörten Minuten in der Sonne.
Schenk dir, was du brauchst. Du hast es verdient.
– Jacky